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Plattenkommentare - BLUE INTERMEZZO

Ragazzi - Website für Erregende Musik

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Der im russischen Ufa geborene und seit 2001 freischaffend in Deutschland lebende Pianist/Komponist Andrew Roussak legt nach seinem Progressive Rock Album "No Trespassing" (2006, 2008 von Mals Records neu aufgelegt) mit "blue intermezzo" ein Piano-Soloalbum auf, das neun Eigenkompositionen enthält, zudem das Traditional "Greensleeves" sowie zwei Bachkantaten.
Von Beginn an wird die klassische Ausbildung und handwerkliche Raffinesse des Pianisten deutlich. Andrew Roussak spielt zwar auch Progressive Rock und Pop sowie Jazz, seine Hingabe scheint jedoch das klassische Pianospiel zu sein.
Seine Eigenkompositionen sind handwerklich klassisch gespielt, beweisen einige moderne Einflüsse, haben Leichtigkeit und Energie, sind flüssig und rasant, zeigen Humor und Herz, Hingabe und das Faible, schwierige Partituren leichthändig zu intonieren.
Immer wieder einmal kreuzen bekannte Motive auf, etwa in "Strange Tango", "Forgotten Walce" oder "Irreducible Simplicity", das mich an die Pianobegleitung von Chaplin-Filmen erinnert. "Blue Intermezzo" ist eine funky Note, ein jazziges Stück, das jedoch streng in der Handarbeit ist und den Kopf emotional nicht hinreißt, sondern den Pianisten von Anfang bis Ende konzentriert arbeiten lässt - und doch ist das Stück leicht und eingängig. Die "Iliade Book" Stücke haben nachdenklichen, epischen Charakter, können als Filmmusik funktionieren und machen eine Ahnung von Emotion auf, die in großen Stücken und Romanen wie Dramen abläuft, kühl und begleitend, warm und unterhaltend.
"Nocturne For Julia" ist das wohl fröhlichste Stück, dem indes eine tief melancholische Idee anhängt, von dem es fast ganz bestimmt wird. "Portraits Of My Friends" ist fast eine Liebeserklärung, sensibel und nachdenklich.
Die Bonustracks machen den Unterschied zwischen moderner Roussak- und klassischer Bachkomposition deutlich. Andrew Roussak lebt in der Fülle der heutigen Klangwelt, während Bach praktisch nur in seiner eigenen Musik lebte - und in der der Alten Musik und anderer Komponisten seiner Zeit (Telemann oder Händel etwa). Hingegen ist die Wirkung, die Andrew Roussak mit seinen Alben via CD erreichen kann, bedeutend größer als die, die Bach zu seinen Lebzeiten erlangte. Indes wird der Altmeister (Johann Sebastian) Bach auch Jahrhunderte nach seinem Tod und noch in Jahrhunderten unvergesslich sein. Ob dieses Schicksal Andrew Roussak Anteil wird, wird seine Kreativität beweisen und bleibt vorerst abzuwarten.

Volkmar Mantei, 30.12.2010

 

Plattenkommentare - NO TRESPASSING

Bands In Karlsruhe
MusikZirkus Magazin
Ragazzi, Progressive Rock Newsletter N 61, 2008
Musiker Magazin N1 , 2007
Rock Times
Home Of Rock

Internetportal www.bandsinkarlsruhe.de





Eins vorneweg – Andre Roussaks CD ist ein Juwel. Sie wollen wissen warum? Wo soll man anfangen? Was erwartet man von einem Musiker, der zu Deutschlands bestem Keyboarder gewählt wurde? Einiges! Virtuosität, geile Sounds, Musikalität, technisches Verständnis für Keyboard-Programmierung, vier Hände, vier Füße? OK – gebongt. Hat er! Was hat er darüber hinaus? Unendliche Liebe zur Musik! Und die kann man hören. Jeder Song ein neues Universum. Sie wollen Vergleiche? OK! Haben Sie 300 Jahre Musikgeschichte studiert? Dann sind Sie hier richtig. In zehn Werken präsentiert Ihnen Andre Roussak mit seinen genialen Mitstreitern einen Querschnitt aus den wichtigsten Epochen der Klassik, Romantik, dem Jazz, der Rockmusik und der Popmusik – natürlich in seinem unverwechselbaren Stil. Kennt noch jemand PH/D, Emerson, Lake & Palmer, Styxx, Rick Wakeman, Sky, Toto? Leider längst versunkene Flaggschiffe der Rochgeschichte. Hier werden sie wieder geborgen, restauriert und mit neuem Glanz versehen. Eine Freude gehobener Art für einen Freund der stilarten- übergreifenden Musik. Hier finden Sie keine Sounds, die des Effektes willen inszeniert werden. Mit jedem Keyboardklang wird Musik gemacht. Durchdachte Arrangements, die ans Herz gehen, übersprudelnde Ideen. Rhythmik, die endlich mal wieder die Grenzen der radiotauglichen Achtelbeats überschreitet. Gekonnt! Mehr sollte man nicht verraten. Die CD ist ein Muss für jeden wahren Freund der Musik. Dass dieser außergewöhnliche Musiker aus der Nähe von Karlsruhe kommt, sollte eine Ehre für die Region sein.
Heinz Reinlein

 

MusikZirkus Magazin

Und schon wieder eine Entdeckung, die ich bei myspace.com gemacht habe. Der im russischen Ufa geborene Andrew Roussak lebt seit 2001 in Deutschland und spielt seit seinem siebten Lebensjahr Klavier, da ist es nicht verwunderlich, wenn sein Album „No Trespassing“ sehr Piano- bzw. Keyboardlastig ist. Es sollte noch erwähnt werden, dass er im Jahr 2006 mit zwei Stücken der CD den Deutschen Pop & Rock Preis als bester Keyboarder / bester Instrumentalist gewonnen hat.

Auf dem Albumcover der CD prangt groß der Titel „No Trespassing“, von dem man sich nicht täuschen lassen sollte, denn man sollte unbedingt eintreten und sich der Musik von Andrew widmen, denn das lohnt sich, auch wenn sich eine gewisse Stilvielfalt auf der Cd befindet. Auf den zehn Stücken präsentiert uns Andrew mit Unterstützung von weiteren sechs Gastmusikern die ganze Bandbreite seines Könnens, daher ist es auch etwas schwierig seine Musik in eine bestimmte Kategorie zu schieben. Neben NeoProg- und Melodic-Rock finden sich auch klassische Passagen und sogar Jazz und Swing auf dem Album. Und die Einflüsse so bekannter Keyboarder wie zum Beispiel Rick Wakeman, Jon Lord, Matthew Fisher (Procol Harum) oder Keith Emerson blitzen an vielen Stellen auf.Mit dem Titelstück, das mit Satzgesang aufwarten kann, begrüßt uns Andrew mit einer sehr eingängigen Melodie und einem lockeren Rhythmus, die beide sofort ins Ohr gehen. Etwas retromäßige Atmosphäre lässt er durch den Einsatz der Orgel aufkommen, ja sogar etwas Funk ist durch Perkussion und Wah-Wah-Gitarre angesagt. Beim folgenden „Prelude“ heißt es jetzt „Klassik meets Rock“, denn Andrew präsentiert Johan Sebastian Bach’s „Das Wohltemperierte Klavier Nummer 2“ in einer rockigen Variante, die ihr sehr gut steht und zeigt, welche Qualität in Andrew steckt.
„Lost In The Woods“ ist ein Melodic-Rocker mit eingängiger Hookline und schönem Gitarrensolo. Schon fast hymnenhaft, wie ein Soundtrack, so klingt das Instrumental „Wartime Chronicles“ und erzählt quasi ohne Text eine Geschichte. Das erinnert mich von der Struktur her auch ein bisschen an „War Of The Worlds“. Mit 7:18 Minuten Spielzeit der längste Track, der eine ganze Menge an Abwechslung zu bieten hat.
Dass Andrews Herz eine Menge Platz für Klassik bereit hält, beweist dann beim nächsten Instrumental „Jesu, Joy Of Man’s Desiring“, das wiederum eine Neuinterpretation eines Stückes von Johan Sebastian Bach darstellt. Dieses Mal ist es die Kantate Nr. 147 „Herz und Mund und Tat und Leben“. Dabei spielt er eine Orgel, die mich an Procol Harum erinnert. Zwar behält das Stück seine klassische Note, ist aber trotzdem für Freunde von Rockmusik, die Stücken wie „A Whiter Shade Of Pale“ nicht abgeneigt sind, geeignet. Damit ist dann aber auch der klassische Teil des Albums abgeschlossen.
„Rhythm Of The Universe“ bietet Flöte und einen Rocksound, den man so auch von Jethro Tull in der „The Broadsword And The Beast“-Phase her kennt. Allerdings hat für meinen Geschmack die Gesangsstimme von Andrew etwas zuviel Hall, was auch bei einigen anderen Stücken der Fall ist. Ansonsten ein Stück mit schöner Melodie, das Spaß macht.
Glockengeläut eröffnet dann „All Good Things“, eine Pianonummer mit Geigen, die sehr orchestral klingt und den Pianisten in Andrew hervorkehrt. Auch das folgende „Do Without Me“ ist kein Rock im herkömmlichen Sinn, denn Andrew präsentiert eine Mixtur aus Jazz und Swing, die ich mir in einer amerikanischen Bar für gut betuchte Gäste gut vorstellen kann.
Mit „Vivace Furioso“, das bereits mehr als 10 Jahre alt ist, erweist Andrew dem großen Keyboarder Keith Emerson seine Ehre. Zwar fängt das Stück zunächst recht klassisch an, doch schnell entwickelt es sich zu einem Track der ganz in der Tradition von ELP gehalten ist. Toller Track.
Mit dem Song „Maybe“ endet dann das Album. Meeresrauschen und sanfte Keyboardakkorde, Andrews Stimme und eine Pianolinie sind die Bestandteile dieses letzten, recht süßlichen Songs.
„No Trespassing“ ist ein Album mit unterschiedlichen Stilen, die für eine Menge Abwechslung sorgen. Allerdings fehlt fehlt mir so ein bisschen der durchgehend rote Faden. Die CD macht auf mich daher mehr den Eindruck einer Werkschau. Dass Andrew ein Profi an seinem Instrument ist, das ist deutlich herauszuhören, denn die musikalische Qualität der einzelnen Tracks ist jederzeit spürbar. Meine Empfehlung: bei www.myspace.com/andrewroussak mal in die Songs reinhören und dann das Album bestellen.
Meine Anspieltipps: „No Trespassing“, „Wartime Chronicles“, „Rhythm Of The Universe“ und Vivace Furioso“, die für mich auch zu den besten Stücken des Albums zählen.

Stephan Schelle, Januar 2008

 

Ragazzi - Website für Erregende Musik

"No Trespassing" ist das erste Soloalbum des Karlsruher Keyboarders Andrew Roussak. Ursprünglich in Ufa, Russland geboren, lebt Roussak seit 2001 in Deutschland. Im Alter von 7 Jahren erlernte er das Pianospiel, das er später auch studiert hat. Seine Einflüsse sind europäische Klassik sowie die Rockkeyboarder Keith Emerson und Rick Wakeman.
Andrew Roussak lebt als unabhängiger Künstler und spielt in mehreren Bands, schreibt Orchesterpartituren, macht Studioarbeit und unterrichtet Piano und Keyboard.
Die 10 auf seiner selbst produzierten CD enthaltenen Songs wurden 2005 und 2006 in diversen Studios in Deutschland, Frankreich und Russland eingespielt und in seinem eigenen Studio in Karlsruhe gemixt. Einige Songs sind live eingespielt worden.
Der Klang der Aufnahmen ist gut bis sehr gut. Gewiss waren die Studios, in denen die Songs eingespielt wurden, nicht die allerteuersten, und die Toningenieure nicht die Besten ihres Faches, der Klang hat etwas viel Hall, wirkt in aller Räumlichkeit kalt und erinnert an die blechernen Achtziger Jahre. Das unterstützen einige Songs, die vor allem in den Vokalpassagen und dort besonders im Refrain Melodic Rock und Pop bevorzugen.
Das Gros der Songs kann als symphonischer Melodic Rock bezeichnet werden, der in der Keyboardarbeit seine stärkste Entfaltung findet. Auch Schlagzeugtechnisch sind die Songs, bis auf den verhallten Sound, sehr gut geworden. Der Einfluss der Gitarren (und des partiellen Saxophons) hingegen tendiert gegen Null, zwar sind Gitarren zu hören, ohne aber mehr als Statistenaufgaben zu übernehmen. Andrew Roussak ist ein hervorragender Keyboarder, der die instrumentalen Parts seiner Songs am eindrucksvollsten bestimmt.
Instrumentale und harmonische Abwechslung und dynamische Wechsel zwischen zarten und harten Parts in den Songs sind außergewöhnlich gestaltet, die Gesangsparts hingegen sind eher gewöhnlich und schlicht, haben schon mal einen Hang zum melodischen Kitsch und sind nicht in jedem Fall gelungen, zum Beispiel im bluesbetonten "Do Without Me", wo der Gesang zum Ende deutlich über die Sprünge schlägt und die Intensität der Komposition konterkariert.
Zwei Stücke stammen von John Sebastian Bach, alles andere hat Andrew Roussak selbst geschrieben. Sein Faible für klassische symphonische Musik wird gerade in den Bach-Kompositionen deutlich, wo harter Spielansatz am Piano mit lyrischer elektrischer Keyboardbegleitung große Harmonien intoniert.
Während die Vokalarrangements relativ herkömmlich und poporientiert sind, sind die instrumentalen Parts wesentlich anspruchsvoller und komplexer. Vermutlich steht Andrew Roussak an einem Punkt, an dem er sich entscheiden muss, wo er musikalisch hin will. Im leichteren Melodic Rock wird er breitere Anerkennung finden, im anspruchsvolleren Symphonic Rock seine musikalischen Vorstellungen intensiver ausleben können. Die Verbindung dieser beiden Seiten ist auf "No Trespassing" angenehm gelungen. Dennoch kann die CD nur als ein erster Schritt gesehen werden. Andrew Roussak hat als Keyboarder und Komponist viel Potential.
In der Progressive Rock Szene werden die Vokalarrangements gewiss nicht besonders gut ankommen, ganz anders die instrumentalen Arrangements.

Volkmar Mantei , 6 November 2007 für RAGAZZI ,
Progressive Newsletter ( Ausgabe 61, 2008 )

 

MUSIKER-Magazin, 1 - 2007

Seit 2003 räumt er jedes Jahr einen Rock & Pop- Preis ab. Seit 2002 unterstützte dieser Vollblutmusiker internationale Künstler bei ihren Produktionen. Mit "No Trespassing" präsentiert Andrew Roussak eine orchestral-getränkte CD,die in ihrem Facetten-Reichtum mit dem 60er und 70er Classic-Rock kokettiert, plötzlich sich aber wieder jazzig-bluesig gibt. Die solistischen Leistungen Andrews sind unverkennbar, trotzdem verzahnt sich die Musikalität seiner Begleitband mit ihm zu einem respektablen Musik-Getriebe, welches den Hörer/in mit seinem akustischen Moment mächtig mitnimmt. Seine Preise sind redlich verdient.Höchste Anerkennung!!
H.D.

 

Rock Times - das online Rockmusikmagazin

Rock Times - das online Rockmusikmagazin

Spielzeit: 49:04
Medium: CD
Label: Mals Records, 2008
Stil: Klassik Rock
Review vom 27.12.2008
Joachim 'Joe' Brookes

Seit 2001 lebt der russische Tastenmann in Karlsruhe und ist Mitglied bei Dorian Opera, einer Band, die erst im Jahr 2007 zusammen fand.
Andrew Roussak wurde im russischen Ufa geboren und begab sich mit sieben Jahren ans Klavier. Er studierte auf dem Ufa State Collage of Arts, erlangte seinen Abschluss als Pianist und war zunächst Studio-Musiker als auch beim Radio tätig.
Seine Einflüsse aus der klassischen Musik sowie von den Keyboardern Keith Emerson und
Rick Wakeman schließen sich nicht unbedingt gegenseitig aus.
Das Andrew Roussak-Debüt "No Trespassing" lässt sich nicht eindeutig kategorisieren.
In seine Eigenkompositionen vermengt er locker Elemente der klassischen Musik, des Melodic- oder Prog Rocks als auch swingenden Jazz. Auf seiner ersten Platte unter eigenem Namen möchte er dem Hörer zeigen, was in ihm steckt.
Stark pauschalisiert ist Roussak nicht der erste Musiker, der Klassik und Rock zu einer Einheit verschmilzt.
Wie gut sich diese Legierung anhört, belegt er gleich zu Anfang mit dem Titel-Song seiner knapp 50-minütigen Platte. Orchestral arrangierte Streicher- und Flöten-Töne treffen auf ein von Alan Graham jazzig angehauchtes Saxofon. Eine der Gitarren soliert und Hendrik Plachtziks Stimme passt genau so gut in das Gesamt-Konzept des Tracks wie die perkussiven Anteile des Rhythmus'.
Zweimal zitiert Roussak einen Komponisten aus der Klassik: Johann Sebastian Bach… einerseits mit "Prelude" aus "Das Wohltemperierte Klavier", anderseits im fünften Song, "Jesu, Joy Of Man's Desiring".
Viele verschiedene Tasten-Klänge, unter anderem die eines Spinetts sind zu hören. "Prelude" hat einen starken Drum-Rhythmus und das Miteinander von Gitarren sowie Piano ist sehr gut kombiniert. Natürlich dürfen auch hier die Streicher nicht fehlen.
Mehr auf die Rock-Tube drückt der Protagonist in seiner Interpretation von Bachs "Herz und Mund und Tat und Leben"… es groovt klasse und der gesamte Gesang, inklusive Backing Vocals, macht das Sahnehäubchen aus.
Vokale und instrumentale Stücke halten sich die Waage. Schlagzeug-Begleitung gibt es auf neun der zehn Lieder.
"All Good Things" ist eine Roussak-Solo-Darbietung am Klavier. Mit nur wenigen Streichern unterlegt, bildet dieses Stück ein Highlight auf dem Album.
Direkt im Anschluss folgt der nächste Höhepunkt: "Do With Me" ist Swinging Jazz mit einem wandlungsfähigen Sänger Plachtzik, der in anderen Stücken auch die Drums bedient. Ein herrlicher Groove, von einigen Rhythmus-Wechseln angereichert, begleitet die anderen Instrumente und zum Ende des Tracks wird es gar bluesig. Sehr unterhaltende fünf Minuten, in denen der Vokalist seiner Stimme eine rauchige Note gibt.
Ein bereits zehn Jahre altes Stück ist "Vivace Furioso".
Gewidmet hat er es Keith Emerson und selbstredend dürfen in diesem rockigen Instrumental stilistische Orientierungen an dem Keyboarder von Emerson, Lake & Palmer nicht fehlen.
Das letze Stück der CD ist ein Song eines »still unwritten musical«, wie Roussak im Booklet schreibt. Nun denn, wenn es jemals dazu kommen sollte, dass diese Theater-Produktion mit Gesang das Licht der Welt erblicken sollte, zählt "Maybe" zu den schwächeren Kompositionen, zumindest aus dem "No Trespassing"-Kontext heraus begutachtet. Zu süßlich-dick sind die Streicher, ingesamt ist die frische Sommerbrise zu verträumt und gegenüber den anderen Nummern wirkt dieses Stück einfach fehl am Platz.
Dafür kann man mit melodischen Rock-Kompositionen wie "Rhythm Of The Universe" oder dem längsten Stück auf der Platte, "Wartime Chronicles" punkten, denn beide Songs sind mit klasse Gitarren aufgeladen. Im letztgenannten Track sogar richtig heftig. Gegen einen mehrmaligen Einsatz des Saxofons würde für die Zukunft auch nichts sprechen.
Andrew Roussaks "No Trespassing", das er unter anderem mit Musikern von Dorian Opera, Henry, wo er auch aktiv ist oder der Jazz-Band Ispolaia Trio (Schlagzeuger Sebastian Säuberlich) einspielte, liefert eine vielschichtige Unterhaltung für Musik-Liebhaber des hier Schwerpunkt-bildenden Cross-overs von Klassik und Rock.

 

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Heute möchte ich euch einen Tastenvirtuosen vorstellen, dessen Bekanntschaft ich kürzlich über MySpace machte. Keyboard-Exorzisten können an dieser Stelle aufhören zu lesen. ;-)
Der Musiker, um den es hier geht, heißt Andrew Roussak. Er wurde in der Industriestadt Ufa in Russland geboren. Im zarten Alter von sieben Jahren fing Andrew an Klavier zu spielen und studierte später an der Staatlichen Musikschule. Seit 2001 lebt Andrew Roussak als freischaffender Künstler in Deutschland und ist an mehreren Bandprojekten beteiligt. Da wären z.B. die Bands HENRY und DORIAN OPERA, von letzterer Truppe werde ich zu einem späteren Zeitpunkt etwas schreiben.
Seitdem er hier bei uns in Deutschland lebt, konnte er auch einige Preise absahnen, wie z.B. bei den Rock & Pop Awards 2006 den 1. Preis als bester Keyboarder und Instrumentalsolist.
2008 unterzeichnete Andrew bei dem russischen Prog-Label 'Mals' einen Vertrag (ist mir übrigens nicht unbekannt, ich habe von diesem Label Veröffentlichungen von APPLE PIE und LITTLE TRAGEDIES in meinem Regal stehen) und sein erstes Solo-Werk mit dem Titel "No Trespassing" erblickte das Licht der Welt. Vom Titel des Rundlings, der ins Deutsche übersetzt 'Unbefugter Zutritt verboten' bedeutet und mit der Cover-Abbildung hervorragend in Szene gesetzt wurde, sollte man sich nicht abschrecken lassen. Denn wie auch auf dem Bild zu sehen ist, verbirgt sich hinter dem düsteren Gemäuer eine sehr ansprechende Landschaft und diese kann man auch auf die dargebotene Musik beziehen, denn musikalisch bekommt man sozusagen Landstriche geboten, die sich von melodisch-progressivem Rock bis zum jazzigen Soundgebilde erstrecken.
Leider gibt es auf der CD auch eine Schwachstelle und die liegt beim Gesang. Auffällig ist dies schon beim ersten Song No Trespassing. Während die Melodieführung des Songs an Kompositionen von John Wetton (u. a. KING CRIMSON, ASIA) erinnert, klingt die Stimme von Hendrik Plachtzik ein wenig dünn. Positiv ist anzumerken, dass Herr Roussak nicht zu sehr von sich und seinem Können eingenommen ist und seinen Mitstreitern Raum lässt, um sich ebenfalls zu entfalten, wie in diesem Stück z.B. durch das Einbinden eines schönen, jedoch leider kurzen Solos des Saxophonisten. Auch der Schlagzeuger fällt positiv auf. Bei Prelude handelt es sich, wie der Titel schon verrät, um Prelude Nr. 2 in C minor von Das Wohltemperierte Klavier von J.S. Bach, den er, wie man dem Booklet entnehmen kann, als Komponisten sehr verehrt. Natürlich erschallt diese Version angerockt aus den Boxen und gefällt sehr gut. Somit ist auch klar, dass Andrew die Anmerkung im Büchlein abdrucken ließ, was wohl Herr Bach aus dem Stück gemacht hätte, würde er im 21. Jahrhundert mit all diesen technischen Möglichkeiten von heute leben.
Weiter geht es mit Lost In The Woods. Die Basis zu diesem Song liefert ein Roman von Stephen King. Neben den ausgiebigen Klängen des Keyboards gibt es auch ein kurzes und schönes Solo der E-Gitarre.
Highlight ist für mich das instrumentale Opus Wartime Chronicles - und auch am ehesten dem Prog zuzuordnen. Zuweilen treffen heftig und düster rockende Gitarrensounds auf wunderschöne Pianointervalle. An anderer Stelle sind Glockentöne zu vernehmen, wie man es von Mike Oldfields "Tubular Bells" her kennt. Jedenfalls umgibt dieses Klangerlebnis eine dramatische Stimmung, was ja auch bei dem Thema Krieg mehr als logisch ist. Als weiterer Vergleich und Inspirationsquelle wäre noch Rick Wakeman (u. a. YES) zu erwähnen.
Als nächstes bringt uns Andrew mit dem Titel Jesu Joy Of Man's Desiring seine Version von Cantata Nr. 147 "Herz und Mund und Tat und Leben" von J.S. Bach zu Gehör. Ein sicherlich nicht unbekanntes und sehr schönes Stück, das er seinem Vater gewidmet hat.
Rhythm Of The Universe, wieder mit Gesang, ertönt ganz nett, jedoch ohne Besonderheiten. Piano und ein wenig Streicherarrangements gibt es beim wunderschönen und verträumten All Good Things. Mit Do Without Me wird es jazzig, trifft Grand Piano auf Hammond Orgel, sogar eine alte Wurlitzer kommt zum Einsatz. Selbst der Gesang, der ja zumeist die Schwachstelle auf diesem Werk ist, versteht zu gefallen. Jedenfalls überzeugt Herr Plachtzik bei diesem Stück mit einer sehr guten Leistung, Jazz scheint ihm besser zu liegen, lässt er am Ende sogar einen Vergleich zu Louis Armstrong zu.
Einen Tribut an Keith Emerson (u. a. ELP) zollt er mit dem 10 Jahre alten Stück Vivace Furioso. Maybe ist ein Lied zu einem Musical, das allerdings noch nicht existiert, und gefällt mir, wenn es auch im Vergleich zu den anderen Kompositionen leicht aus dem Rahmen fällt. Falls das Musical je komponiert werden sollte, dann bitte mit einem anderen Sänger, denn gerade bei Musicals spielt der Gesang eine sehr große Rolle.
Andrew Roussak ist mit "No Trespassing" ein ansprechendes Werk gelungen, bei dem man ruhig den 'unbefugten Zutritt' in die verschiedenen Arten der Musik - von melodischem progressivem Rock zu Klassik - wagen darf.
Michelle Karayilan, 12.01.2009